Kulturvitamine
Den Bildungs- und Lernort der Schule attraktiver zu gestalten, gilt als große Herausforderung für unser Kollegenteam. Dabei ergaben sich u.a. auch folgende Fragen:
Wie können außerschulische Lernorte genutzt werden, um die schulische Wissensvermittlung aufzuwerten?
Können kreative Aktivitäten zu einer größeren Lern- und Leistungsbereitschaft führen?
Die vorhandenen schulischen Bildungsmöglichkeiten durch künstlerische Vermittlungsangebote und Veranstaltungen zu ergänzen, haben wir uns im Kollegenteam als Aufgabe gestellt, um den Kindern andere Welten zu eröffnen und ihnen damit die Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen, Kreativität zu fördern und zur Persönlichkeitsbildung unserer Kinder beizutragen.
Über die Musikbetonung hinaus wird daher versucht, verschiedene Wege bereit zu stellen, die den Kindern die Möglichkeit bieten, sich „Kulturvitamine“ zu besorgen. So bieten wir einerseits freiwillige Angebote im Nachmittagsbereich an (Tanz-Theater-AG, Kinderakademie), während bestimmte Projektwochen (Religionsprojekt, Märchentage, Literaturtage) für alle Klassen verpflichtend sind. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Klassen- oder Jahrgangsprojekten. Die „schillernden“ Projekte sind insofern von großer Bedeutung, als sie auch für die Eltern attraktiv sind (gemeinsame Aufführungsbesuche im Staatsballett, Einladungen zu Generalproben, Elterntage zum Abschluss der Kinderakademie usw.).
Das erste große Projekt mit dem Staatsballett Berlin/Tanz ist KLASSE! e.V. ging über die Entwicklung eines Tanz-Theaterprojektes hinaus.
Die Kinder wurden zu Proben eingeladen, interviewten Tänzer/innen, sahen in der Abendvorstellung erstmalig eine Ballettinszenierung, zu der auch Eltern eingeladen wurden.


Die Begeisterung und das Interesse von Schüler/innen und Eltern war so groß, dass wir uns um Nachhaltigkeit bemühten und nach der Tusch-Partnerschaft Eigenmittel bereit stellten, um die Kooperation weiter führen zu können.



Aber auch das Bemühen um weitere Projekte lag uns am Herzen. Die Kinderakademie der Staatlichen Museen nahm unsere Bewerbung an. Die Kinderakademie besteht mittlerweile seit 2011.




Die Kooperation mit dem Alice-Museum für Kinder im FEZ begann mit dem Projekt „KICK- OFF Cranach“ und wurde zum Anlass des 500. Geburtstag von Lucas Cranach d.J. als Kunstprojekt durchgeführt.
In künstlerischen Aktionen ließen die Schüler/innen Bilder, Installationen, theatrale Inszenierungen, Choreografien und Texte entstehen.
Im Schuljahr 2014/15 nehmen alle Schüler/innen am interaktiven Atelierprogramm „POP-UP Cranach“ teil.




Eine 6. Klasse wird mit Künstler/innen an der Erstellung eines Kinderbuches arbeiten.





Seit dem Schuljahr 2013/14 besteht die Zusammen-arbeit mit der Universität der Künste. Mit 12 Studen- ten entstand das erfolgreiche Projekt „Bilderwelten“.
Im Schuljahr 2014/15 wird ein weiteres Projekt durchgeführt: „Möbel als eigene Orte für Kinder“- Studenten der UdK in Kooperation mit der Designerin Judith Seng.
Die Klang- und Sprachexperimente wurden ebenfalls von Studenten der Udk durchgeführt. Bei dem Klang- und Sprachexperiment einer 3. Klasse ging es um die Zeit der Kassette, technische Wirkprinzipien, Aufnahmemöglichkeiten und dem Produzieren von Geräuschen.
Der erhöhte Förderbedarf im sprachlichen Bereich führt zur intensiven Pflege des Arbeitsbereiches Literatur:

Schulbücherei:                              Vorstellung von Büchern für Saph-Klassen
                                                    Buchtipps für größere Kinder (auch im Hinblick auf Referate)
                                                    Vorlesetag

Stadtbücherei:                               Märchentage
                                                    Buchvorstellungen
                                                    Lesekisten

Buchhandlung Wilde:                     Welttag des Buches
Kiezbuchhandlung nimmersatt:       interaktive Buchvorstellungen
Kommunikation durch Kunst e.V.:   Kunst- und Literaturaktionen











Die Initiierung des interreligiösen Projektes entstand aus einem antisemitischen Vorfall.

Eine Projektwoche wurde geplant und findet mittlerweile jährlich statt.

Neben Workshops zu den drei monotheistischen Religionen gibt es für jede Klasse außerschulische Lernorte, die sowohl religiöse Inhalte vermitteln (Synagogen-, Kirchen- , Moscheebesuche) als auch die Orte, die Religion als Kulturvermittlung betrachten wie die Gemäldegalerie, das Pergamonmuseum und das Jüdische Museum.


Weitere Kooperationen:

-  Jährliche Aufführung des Michael Tschechow Studio Berlin in der Aula mit anschl. Nachgespräch
-  Jährliche Aufführung von DANCEWORKS berlin mit anschl. Interview der Tänzer/innen.
-  Projekttage zum Thema „Missverständnis-Fairständnis“ - Schattentheater in a Box, Kunst macht Schule -
   Schüleratelier, Bühnenbild-AG, Kunst Mit-Sprache, Lebens(T)räume, „Ein Buch ist wie Garten, den du in
   deiner Tasche trägst“ (Kommunikation durch Kunst e.V.)
-  VielSeitig - Ganztagesprojekt im Jüdischen Museum. Ausgehend von Kinderliteratur zum Thema Diversität
   und interkulturellem Zusammenleben werden die Schüler/innen mit verschiedenen theaterpädagogischen
   Methoden an das Thema „Vielfalt“ herangeführt.
-  Kooperation mit dem Künstler Herbert Sattler: Tropfbilder, Comics, Straßenbilder
-  Kooperation mit dem Kinderlabyrinth: Projektwoche „Horizonte“)



Folgende Besonderheiten zeichnen die Projekte aus:

-  Nebeneinander von kleinen und großen Projekten mit
   Kooperationspartnern, somit Verankerung von
   Kulturmomenten im Schul- und Lebensalltag.
-  nachhaltige Kooperationen

-  Auswirkung auf das Schulprogramm
-  Alltagsschule gewinnt an lustvollen Momenten



-  Nähe zwischen Lehrern, Schülern und Künstlern
-  Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und
   Identifikation mit der Schule
-  Einbeziehung der Eltern
-  Arbeit mit Künstlern verschiedener Sparten
-  kreative Wissensvermittlung



-  Initiierung ästhetischer Bildungsprozesse
-  Stärkung der Persönlichkeit und des
   Selbstbewusstseins
-  außergewöhnliche Aufführungs- und
   Präsentationssorte
Die vorhandenen Kooperationen haben unsere Lernkultur verändert. Die Bereitstellung von Kunst- und Kulturvitaminen entspricht einem ganzheitlichen Bildungsbegriff.
Alle Projekte sind langfristig geplant, haben ihre Wurzeln in der Vergangenheit und beziehen die Zukunft mit ein. Sie sind teilweise miteinander verwoben und entsprechen unserem Anspruch auf eine vertiefende Wissensvermittlung und eine inspirierende und kreative Auseinandersetzung mit kulturellen Angeboten.
Hierdurch erhoffen wir uns, dass unsere Schüler gut gerüstet in das Leben gehen, emotional gestärkt werden und eine eigene differenzierte Sichtweise auf die Welt finden.