Soziales Lernen - als Unterrichtsfach
Seit vielen Jahren haben an unserer Schule alle Klassen eine zusätzliche Unterrichtsstunde im Stundenplan: Soziales Lernen. Mit dieser Stunde wollen wir vor allem das Zusammenleben in der Klasse und an der Schule gestalten. Schließlich möchten alle an unserer Schule in einer guten Atmosphäre lernen und arbeiten.

In diesen Stunden überlegen wir gemeinsam, wie wir uns in der Klasse und an der Schule wohl fühlen können. Wir legen Regeln fest und stärken das Gemeinschaftsgefühl der Klasse.
Wir besprechen, wie wir unsere Wünsche verwirklichen und gleichzeitig auf die der anderen eingehen können. Wir üben nicht zuletzt, wie wir Konflikte kösen können und uns mit Respekt begegnen.

Den Unterricht anders zu gestalten, ist selbstverständlich. Ohne die Anforderungen des Fachunterrichts diskutieren wir, machen Rollenspiele, lernen uns besser kennen durch gemeinsames Spiel - durchaus auch einmal auf dem Spielplatz.

Schüler als Konfliktlotsen
Seit etlichen Jahren werden ausgewählte Schüler der Lemgo-Grundschule zu Konfliktlotsen ausgebildet. Eine Stunde in der Woche, wenn die anderen Kinder das Fach „Soziales Lernen“ im Klassenverband haben, lernen die Konfliktlotsen wie sie anderen Schülern helfen können, Konflikte und Streitereien friedvoll zu beenden.

Auf dem Schulhof zum Beispiel versuchen die Konfliktlotsen bei Streitigkeiten, die Situation zu beruhigen, Hilfe zu holen oder die Beteiligten zu einem klärenden Gespräch einzuladen. Dabei geht es, die Streit- und Konfliktfälle unparteiisch zu beleuchten und den Beteiligten zu helfen, eine Lösung zu finden und Vereinbarungen zu treffen, die von beiden Seiten angenommen und eingehalten werden können. Oft sind auch Wiedergutmachungen ein Thema dieser Vereinbarung.

Für diese Gespräche steht den Schülern ein Konfliktlotsenraum zur Verfügung. Die Konfliktlotsen werden bei ihrer Arbeit von einer Lehrerin und dem Mitarbeiter der Schulsozialarbeit unterstützt.
Evangelischer Religions- und Islamunterricht in Kooperation
„Schweinefleischfresser“, „ Kopftucheule“, „Du Jude“, „Opfer“, Solche Beschimpfungen hören wir auf der Straße und leider auch auf den Schulhöfen. Aus diesem Anlass gibt es an unserer Schule im Zwei-Jahres-Rhythmus eine Religionsprojektwoche, die dazu beiträgt, Unwissen und Vorurteile abzubauen.

Um eine Nachhaltigkeit zu gewähren, kooperiert der evangelische Religionsunterricht mit dem Islamunterricht im Rahmen des Fachbereichs Soziales Lernen in den 4. - 6. Jahrgangsstufen.
In handlungsaktiven Unterrichtsformen werden zunächst kulturelle und religiöse Fragen aufgeworfen. So erfahren die Schüler einerseits die Gemeinsamkeiten der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, setzen sich aber gleichzeitig mit ihren Unterschieden - besonders in kultureller Hinsicht auseinander.

Die unterschiedlichen Sichtweisen der Religionen bzw. deren kultureller Ausprägung werden erarbeitet und diskutiert. Hierbei beziehen die ev. Religionslehrerin und der islamische Religionslehrer auch ihre Position. Durch die offene Gesprächsatmosphäre wird eine Diskussionskultur entwickelt, die die Kinder ernst nimmt und sie zu einem toleranten Umgang mit anderen Meinungen herausfordert.

Unterrichtsbesuche
in der Synagoge, der Kirche und der Moschee, im Jüdischen Museum, in der Gemäldegalerie und im Deutschen Historischen Museum werden mit den Klassenlehrerinnen gemeinsam geplant und durchgeführt. einige Bilder dazu...
Wir vermitteln Wissen, fördern das Verständnis für andere Denk- und Lebensweisen und leisten einen Beitrag zum rücksichtsvollen Umgang miteinander.